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Die Hatz auf den Ratz

Was bisher geschah:
... und es begab sich, daß vor ca. 7 Wochen hinter Katsches Gartentruhe eine Igelmutter drei Junge gebar.



Damit sich der Nachwuchs noch genügend Speck für den nahenden Winter anfressen kann, war Zu-Fütterung angesagt:
Das schmackhafte Angebot von Katzenfutter, Haferflocken, eigens frisch zubereiteten Rühreiern und mit einer
Tomate garniert:

wurde von Igels mit Begeisterung angenommen.

Leider wurde das Nahrungsangebot alsbald auch von einer Ratte zuerst registriert und dann weggefressen.

Dem nicht genug, der schlaue Ratz schleppte die gesamte Schüssel weg um den Inhalt in Seelenruhe in seinem Versteck
zu verspachteln. Um dem Einhalt zu gebieten, nagelte ich die Schüsseln auf ein Brett.. HAHA.
Doch zu früh gefreut! Nach anfänglicher Verwirrung mauste (besser rattete) sich der Ratz ungeniert dann eben nur den Inhalt.

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So nicht!, spruch meinereiner und beschloss den Ratz (fränkisch: Ratte) zu fangen.

Trotz meiner allseits bekannten Schnellig- Geschmeidig- und Reaktionsgeschwindig - Keit
wollte ich auf Nummer sicher gehen und holte mir Rat bei Freunden.
Die dargebrachten Vorschläge vom Blockflöte spielen ( zum Anlocken & HinWegführen) über Harpunieren,
Schmetterlingsnetz bis zu liebliche Weisen auf der Laute begleitend singen (da nimmt jeder reisaus...)
erschienen mir wenig erfolgversprechend bis beleidgend ( FREUNDE!!!!...)

Also erwarb ich eine Lebendfalle für Ratten.

Die Jagd beginnt!

Tag 1
Auspackt, aufgestellt und scharf gemacht und .... nach 30 Minuten der erste Fangerfolg : ein IGEL !

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umgehend den Igel des Käfigs verwiesen, der sich aber noch die Zeit nimmt, vorher genüsslich die Schüssel leerzumümmeln.
Anschließend neue Mahlzeit angerichtet, Falle wieder scharf gemacht.
Nach gefühlten 10 Minuten ein Rumms und: der nächste Fang: ein IGEL ( derselbe oder sein Bruder ich vermags nicht zu sagen).

Das Spiel wiederholt sich im Laufe des Abends mehrfach, am Ende hockte auch die dicke Igelmutter gemütlich schmatzend in der Falle - von der Ratte keine Spur ( hockte wahrscheinlich grinsend in sicherer Entfernung).

Tag 2
Andere Freunde um Rat gefragt, weitere schelmische Vorschläge erhalten wie:
- Falle hochstellen, damit nur die Ratte sie erreicht ( ... und die Igel verhungern zwischenzeitlich????...)
- Pythonschlange erwerben, die frisst nur Ratten (.. da schwieg des Sängers Höflichkeit...)

Gedankenblitz!
Falle mit Nahrung bestücken aber ( vorerst) NICHT scharf machen.
Ziel: Igel fressen in der zum offenen Käfig umfunktionierten Falle, Ratz bleibt draussen. - ob's funktioniert???

Tag 3 bis 5
es funktioniert! Igel drinnen, Ratz (verärgert) draussen.
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Damit wäre fürs Erste die Versorgung der Igel gesichert.
Weiteres Getier beschränkt sich auf neugieriges Beäugen der vergitterten Futterstelle
oder schnappt sich eben mal ein Häppchen
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Tag 6
Erneuter Versuch: Falle mit Nahrung bestückt, die Falltore angebracht und scharf .
Erfolg: umgehend IGEL gefangen - den gesamten Abend, sie wollen einfach nicht auf mich hören.
Und der Ratz, zwar hungrig, aber frei, er lacht mich aus.
Also wieder zurück zur alten Taktik "Lockruf des Futters"

Tag 7
HUNGER. Der Ratzenmagen knurrt.
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Erstmal vorsichtig die Nahrungsquelle von aussen inspizieren und gaaaanz vorsichtig nach innen gucken.
So ein Pech: der Futterkäfig leider vom Igel besetzt, da passt ein Ratz garnienicht rein.
oder doch?..... Ratz entfleucht zum Nachdenken an einen ruhigen Platz, Igel mümmelt gemütlich weiter.

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Neuer Anlauf: da muss doch Platz für zwei sein!
Nein denkt sich der Igel, Stacheln hoch und im Rückwärtsgang raus ... mitsamt dem Ratz.
Zögerliche Anfrage vom Ratz: "... ein kleines Häppchen", des Igels Antwort: "NEGATIV"
Ratte trollt sich, Igel schlurpt wieder in den Futterkäfig
Vorhang fällt. - für heute.

Tag 8
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Gut Futter will Weile haben, denkt sich der Ratz, der schlaue,
dann wart' ich eben bis der stachelige Geselle sich von hinnen nach Tannen schleicht!
... und kaum verläßt ebenjener den Futterkäfig wird gleich geguckt, ob noch etwas übrig ist.
So ein Mist! nur ein paar Krümel!

Tag 9
Ruhetag
wegen Geburtstags des Scheffredaktörs

Tag 10
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Heut' denkt der Ratz:
"bin schnell und schlau
hab ne Idee zum Nahrungsklau:
wenn ich genau mal überlege
so ist ein Igel doch recht träge
Bevor er seine Stacheln streckt,
hab ich mich schon längst fortbewegt!"

Dann stürmt er in den Käfig nei
und schnappt sich das gerührte Ei
ganz schnell jetzt wieder naus.
"Hurra!, Hurra! ich hab den Schmaus!"

Und die Moral von der Geschicht
Bist schlau und schnell
Dich keiner grichdd.

Anm. d. Poeten: aus reimungstechnischen Gründen war der Einsatz fränkischen Wortschatzes erforderlich! für Nicht-Franken:
nei = hinein,
naus = hinaus
grichdd = erhaschen, bekommen


Tag 11
Der Tag der Entscheidung

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Vorsichtig geguckt: keine Igel da - aber jede Menge Nahrung
kurz getestet (rück)sprungbereit: nix passiert!
Also ran an den Futtertopf, Happen schnappen und nix wie weg.

Mit Freude seh ich's im Monitor. Jetzt muss es schnell gehen: jage durchs Haus zur Terasse, schnell die Falle scharf gemacht,
bevor der Ratz zum nächsten Happen-Schnappen wiederkehrt!

Video  

Licht aus, Spot an. Kaum hat sich meinereiner entfernt kommt der Ratz, der unersättliche, wieder angehuscht.
"ging ja vorhin gut, also nochmal rein und nachfassen".
Denkste! Diesmal ist das Falltor dran! Zu spät, den Rückwärtsgang einzulegen.

GEFANGEN!


Bericht: Katsche BILD - Reporter R.Wischt